Die Masuren

Natur und Landschaft der Masuren

Spricht man von den Masuren, meint man eine Region im Norden von Polen im ehemaligen Ostpreußen. Seit der Teilung von Ostpreußen im Jahr 1945 sind die Masuren die größte zusammenhängende Seenlandschaft von Polen und daher ein beliebtes Urlaubsziel. Aufgeteilt werden die Masuren in sechs verschiedene Regionen: Neben den West- und den Ostmasuren ein besonders beliebtes Urlaubsziel sind auch die Großen Masurischen Seen, das Oberland, das Ermland und die Südlichen Masuren. 

Die Großen Masurischen Seen

Dieser Teil der Masuren ist bei Wassersportlern besonders beliebt und wird auch als "Land der tausend Seen" bezeichnet. Dieser Name ist jedoch noch deutlich untertrieben, denn im gesamten Gebiet gibt es noch weitaus mehr Seen. Diese Masurische Seenplatte ist im Sommer ein ideales Ziel für alle Badeurlauber und Wassersportler. Doch auch Naturfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten, denn größtenteils ist die Landschaft hier noch unberührt. Tierliebhaber werden bei einem Masuren Urlaub mit etwas Glück Wisente, Hirsche, Rehe und auch Wildschweine entdecken können. Bekannt sind die Masuren zudem für den Weißstorch, der sich hier heimisch fühlt - immerhin 10.000 Pärchen sollen im gesamten Gebiet der Masuren leben. Auch Wolf, Luchs und Fischotter fühlen sich in den Masuren wohl. Beachtlich ist zudem die enorme Anzahl an den unterschiedlichsten Wasservögeln - bei den zahlreichen Seen im Gebiet sicher kein Wunder. Kormoran, Graureiher, Seeadler und Kranich sind nur einige Beispiele von unzähligen seltenen Vögeln. 

Das Ermland

Das Ermland ist allen geschichtsinteressierten Touristen zu empfehlen und auch wer sich für die Architektur in Polen interessiert, sollte diesem Teil der Masuren einen Besuch abstatten. Bekanntester Ort dieser Gegend ist Olsztyn. Eng verbunden ist der Name dieses Ortes mit Nikolaus Kopernikus, der hier auf der Allensteiner Burg lange Zeit als Domherr wirkte. Nicht umsonst trägt diese Stadt auch den Beinamen "Stadt der Astronomen" und beherbergt unter anderem ein Planetarium und eine Sternwarte. 

Auch zahlreiche andere Städte im Ermland jedoch lohnen einen Besuch und beeindrucken mit etlichen Bauwerken aus der Blütezeit des Mittelalters. Neben unzähligen gotischen Kirchen kann man übrigens auch in vielen Städten die gut erhaltenen historischen Stadtmauern noch erkennen. Die größte Kathedrale im Ermland und ein beliebtes Fotomotiv ist der Dom von Frombork - hier wurden übrigens im Jahr 2010 die Gebeine von Nikolaus Kopernikus gefunden. 

Begibt man sich in das Ermland, wird man überall am Wegesrand kleine Kapellen finden - diese führten zu den Wallfahrtsorten, von denen es im Ermland etliche gibt.

Oberland

Das Oberland ist eine recht unbekannte Landschaft in den Masuren. Dennoch gibt es hier eine Sehenswürdigkeit, die von recht vielen Touristen besucht wird, den Oberländer Kanal. Vor etwa 150 Jahren wurde dieser Kanal für den Warentransport errichtet - heute befördert er hauptsächlich Touristen. Besonderheit ist, dass die Wasserschleuse einen Höhenunterschied von immerhin 99 Metern überwinden muss. Dies geschieht mit Hilfe von Schleusen und sogenannten geneigten Ebenen und ist ein echtes technisches Wunderwerk. Hotels gibt es im Oberland nur wenige - stattdessen wohnt man hier recht ruhig im Einklang mit der Natur in einer der kleinen Pensionen. Ein recht typischer Urlaub im Oberland sind Reiterferien, denn Pferde gibt es im Oberland genügend.

Ostmasuren

Die Region Ostmasuren ist landschaftlich besonders reizvoll. Aufgrund der zahlreichen hier befindlichen Hügel wird diese Gegend auch als "Buckelmasuren" bezeichnet. Von Deutschland aus ist dieses Gebiet zwar am weitesten entfernt, doch wird man auch hier mit einer traumhaften Landschaft belohnt. 

Südliches Masuren

Die südlichen Masuren bestehen größtenteils aus ausgedehnten Waldgebieten, in welchen man herrlich wandern kann. Auch die bekannte Johannisburger Heide gehört zu diesem Teil der Masuren. Pisz ist eine Stadt, die man hier unbedingt besichtigen sollte. Sowohl der Marktplatz als auch das Naturkundliche Museum sind Attraktionen in dieser Stadt. Begibt man sich in die kleineren Dörfer der südichen Masuren, wird man etliche der traditionellen Holzhäuser in ihrer volkstümlichen Bauweise finden. 

Die beschaulichen Naturreservate, in denen noch heute Biber und Störche heimisch sind, kann man gut im Rahmen von ausgedehnten Wanderungen erkunden. Ebenso gut aber kann man die Landschaft auf dem Drahtesel an sich vorbeiziehen lassen und sich zwischendurch in einem der kristallklaren Seen erfrischen. Da die Masuren eine so wasserreiche Gegend sind, bieten viele Reiseveranstalter übrigens auch eine Entdeckung der Masuren mit Rad und Schiff an - eine ideale und sehr gelungene Kombination. 

Um die Bestande an seltenen Tieren und Pflanzen in den Masuren zu schützen, wurde im Jahr 1977 der Masurische Naturpark gegründet. Etwa 55.000 Hektar ist dieser Park groß und besteht aus insgesamt elf Naturreservaten. Nicht nur Naturliebhaber, sondern auch Aktivurlauber kommen hier auf ihre Kosten. Der Fluss Krutynia beispielsweise gilt als eine der reizvollsten Flüsse für eine abenteuerliche Kanufahrt. 

Sage und schreibe 1.100 natürliche Seen gibt es in den Masuren. Auch die beiden größten Seen Polens, der Spirdingsee mit 113 Quadratkilometern und der Maurersee mit einer Fläche von 105 Quadratkilometern, befindet sich in den Masuren. 

Geschichte der Masuren

Die erste Besiedlung der heutigen Masuren fand bereits etwa um 4.000 vor Christus statt. Baltische Stämme waren die ersten, welche sich hier niederließen. Im 9. Jahrhundert schließlich kamen die heidnischen Pruzzen in das Gebiet der heutigen Masuren. Hierbei handelte es sich um Stämme, die mit den Esten und den Balten verwandt waren. Im 13. Jahrhundert kam es zu blutigen Kreuzzügen gegen diese Pruzzen. Beinahe komplett wurden die Pruzzen durch die Kreuzritter ausgelöscht und die "Missionierung mit dem Schwert", wie sie es nannten, erfolgreich. Kaufleute und Handwerker aus Deutschland und Holland besiedelten von nun an mehr und mehr dieses Gebiet. Der Deutsche Orden eroberte nach und nach die Masuren. Langsam aber sicher ging jedoch auch der Ordensstaat unter und an seine Stelle trat im Jahr 1525 das Herzogtum Preußen. Erster König von Preußen wurde im Jahr 1701 der Kurfürst Friedrich III. Im Jahr 1772 wurde Polen geteilt und die Masuren wurden ein Teil von Ostpreussen. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der masurischen Bevölkerung, die als Deutsche eingestuft wurden, vertrieben und Ostpreussen fiel an Polen. Vor allem Anfang des Jahres 1945 ließen viele Menschen auf der Flucht vor russischen Eindringlingen ihr Leben. Erst im Jahr 1990 hat Deutschland die Ostgrenze zu Polen anerkannt. 

Sehenswürdigkeiten

Nicht nur die traumhafte Naturlandschaft, auch einige historisch bedeutende Sehenswürdigkeiten und beeindruckende Baudenkmäler sprechen für einen Masuren Urlaub. Die "Wolfsschanze" beispielsweise ist besonders für deutsche Touristen von Bedeutung, denn diese gilt als bekanntestes Führerquartier. In der riesigen Anlage kann man noch heute etliche Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg entdecken. Im Rahmen von geführten Touren kann man die Wolfsschanze, die hauptsächlich wegen des Attentates von Claus Graf von Stauffenberg auf Hitler Bekanntheit erlangte, heute besichtigen.

Das Freilichtmuseum bei Hohenstein ist eine weitere Sehenswürdigkeit der Masuren, welcher man unbedingt Beachtung schenken sollte. Bereits seit mehr als 100 Jahren kann man in diesem Museum die Baukunst Polens in früheren Jahrhunderten bestaunen. Auf einer Gesamtfläche von 60 Hektar stehen hier nicht nur normale Wohnhäuser, sondern auch Kirchen, Kapellen und Bauernhöfe.
Schloss Steinort, in welchem einst Heinrich Graf von Lehndorff residierte und Schloss Schlobitten sind weitere lohnenswerte Sehenswürdigkeiten in den Masuren. 

Zahlreiche Touristen lassen es sich zudem nicht nehmen, das Wigry Eremitenkloster zu besichtigen. Dieses befindet sich im gleichnamigen Wigry Nationalpark. Zwar leben heute hier keine Mönche mehr, doch kann man noch gut das einstige bescheidene Leben in den engen Klausen nachvollziehen. Diese Klausen werden heute teilweise sogar an die Gäste vermietet. Das Kloster selbst befindet sich auf einer Halbinsel und wird beinahe komplett von einem See umgeben. 

An der Grenze der Masuren befindet sich die Marienburg, etwa 60 Kilometer von Danzig entfernt. So bedeutend ist dieses Bauwerk vor allem deshalb, weil es sich hier um den größten Backsteinbau Europas handelt. Nicht umsonst steht die gesamte Anlage bereits seit dem Jahr 1997 auf der Kulturerbeliste der UNESCO. 

Eine Sehenswürdigkeit, die alle kulturell interessierten Touristen sicher interessiert, ist das Schlachtfeld Grunwald. Historisch ist dies von so besonderer Bedeutung, da hier im Jahr 1410 der Deutsche Orden erfolgreich geschlagen wurde. Besonders lohnenswert ist ein Besuch des Schlachtfeldes Mitte Juli, denn dann wird diese bedeutende Schlacht nachgestellt. Zehntausende Besucher nicht nur aus Polen lockt dieses Spektakel an - kein Wunder, treten dann auch internationale Showgrößen in zahlreichen Konzerten auf. 

Eine weitere bedeutende Stadt der Masuren ist Mor?g, denn hier wurde der bekannte Dichter Johann Gottfried von Herder geboren. In der Stadt besonders sehenswert ist daher das Herder-Museum. 

Masuren als lohnendes Reiseziel 

Wie oben bereits erwähnt, sind die Masuren sowohl für Naturliebhaber als auch für Aktivurlauber und Wanderfreunde ein lohnendes Urlaubsziel. Vor allem in den Sommermonaten wird diese Landschaft in Polen gerne besucht, denn zum Baden sind die Temperaturen dann am angenehmsten. Dennoch gilt als beste Reisezeit für einen Urlaub in den Masuren der Herbst. Wenn sich die Blätter golden verfärben, gibt es sicher nichts Schöneres, als mit einem Paddel auf der Sapina zu schippern? 

Ein lohnendes Reiseziel sind die Masuren auch für alle Radurlauber. Die "Große Masurische Radtour" beispielsweise dauert zwölf Tage und erstreckt sich auf einer Gesamtlänge von etwa 400 Kilometern. Während dieser beliebten Radtour lernt man zahlreiche verborgene Winkel der Masuren kennen. Steinort und die Wolfsschanze sowie eine Kanufahrt auf der Krutynia sind nur einige Highlights, die man während der Großen Masurischen Radtour entdeckt. 

Auch Kanu- und Paddeltouren sind in den Masuren äußerst beliebt. Kanus kann man hier bereits für etwa zehn Euro am Tag ausleihen und Flüsse gibt es sicher auch genügend.
Angler werden sich an dem Fischreichtum in den Flüssen und Seen sicher auch erfreuen und finden hier unter anderem zahlreiche Fische, aber auch Flusskrebse und Muscheln. 

Der eindeutig schönste Weg aber, die beeindruckende Landschaft der Masuren kennenzulernen, ist vom Wasser aus. Für alle Freunde des Segelsports gibt es die Große-Masurische-Seen-Route, welche insgesamt 45 Seen miteinander verbindet und ein etwa 150 Kilometer langes Segelrevier bietet.
Gleichzeitig ist die Masurische Seenplatte aber auch das ideale Gebiet für ausgedehnte Wanderungen.


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